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                                   1444 Km


01.05.06  Spay   118 Km,  Fahrzeit: 6:19 Std,  Schnitt:  18,8 Km/h

Die erste Etappe bestand eigentlich nur  Gegenwind. Da es auch noch relativ kühl war und für den Abend kräftiger Regen angesagt war, beschloss ich diese Etappe in Spay enden zu lassen und dort bei Luigi, einen mittlerweile zu einem guten Freund gewordenen Hotelier, einzukehren. Dieser Entschluss sollte sich spätestens ab 18.00 Uhr als gut erweisen. Denn ab diesem Zeitpunkt und die ganze Nacht hindurch regnete es kräftig.

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02.05.06  Worms  141 Km,   7:52 Std,  18,6 Km/h

Morgens war es noch recht frisch bei der Abfahrt, aber es hatte immerhin aufgehört zu regnen. Ab 13:00 Uhr konnte ich dann in kurzer Hose und kurzem Hemd fahren.Viele Baustellen gab es unterwegs und daraus resultierten auch etliche Umleitungen. Die "blödeste" Baustelle war natürlich da, wo man es am wenigsten gebrauchen kann und zwar in den riesigen Obstplantagen vor Mainz. Selbstverständlich war keine Umleitung eingerichtet worden, es fuhren ja hier nur Radfahrer und keine Autos. In Worms angekommen fuhr ich über die Nibelungenbrücke auf die andere Rheinseite, weil dort der Camp war wo ich schon des öfteren gezeltet hatte. Was fand ich vor - einen abgeschlossenen Campingplatz. Ob er nur renoviert werden sollte (er hatte es eigentlich sehr nötig gehabt) oder ob er völlig geschlossen war bekam ich nicht heraus. Also wieder über die Brücke zurück und ein Hotel gesucht und gefunden.

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Mein "Long Vehikel"

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03.05.06   Plittersdorf   151 Km,  8:25 Std,  18,5 Km/h

Im Hotel habe ich gut geschlafen, da es sehr ruhig war. Das Wetter war schon morgens so warm, das man in "kurz" starten konnte. Doch schon so etwa 4 Km hinter Worms schon die erste "Überraschung". Mein gewohnter Radweg endete abrupt in einer Baustelle - der Damm wurde erneuert um den Hochwasserschutz zu verbessern. Also zurück und neuen Weg gesucht. Der Gegenwind hielt sich dafür heute in Grenzen.

Leider hatte ich mich zu früh darüber gefreut, das es so gut lief auf der Etappe. Ich wollte wie gewohnt mit der Fähre aus dem Elsass nach Plittersdorf rüber, um dort auf den mir bekannten Camp zu gehen. Also stand ich nach gut 133 Km an der Fähre und welch böse Überraschung, diese war schon seit Tagen wegen Defekts außer Betrieb - ganz, ganz toll. Der Umweg zur nächsten Brücke und dann zurück nach Plittersdorf kostete mich 18 Km. Aber das war nicht die einzige Schikane, auch auf der Umwegstrecke wurde am Damm gearbeitet. So kann es des öfteren vor, das ich mit meinem Gefährt schwere Schlagseite bekam und drohte umzukippen.

Heute spürte ich zum erstenmal, das ich auf der Fußsohle eine Druckstelle entwickelt hatte. Wahrscheinlich entstanden durch die neuen Radschuhe, die ich vor der Tour gekauft hatte. Die Druckstelle entstand dort, wo die Eisenhalterung für die Klickpedalen liegt. Was ich noch nicht wusste - diese Druckstelle sollte mich bis zum Ende der Tour begleiten.

Aber letztendlich ging alles gut und ich kam unversehrt in Plittersorf an.

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Camp in Plittersdorf. Einziger Zelter auf dem Platz

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04.05.06   Breisach   127,5 Km,   6:45 Std,   18,78 Km/h

Es wurde eine sehr schöne Etappe mit viel Sonne. Und man glaubt es kaum - keine einzige      B A U S T E L L E.

Natürlich wollte ich die Sonne richtig auskosten und verzichtete auf meine Kopfbedeckung -Fehler- hatte am anderen Tag eine mordsmäßigen Sonnenbrand auf dem Kopf, da ich mir vor Tourbeginn extra die Haare habe kurz schneiden lassen.

Noch kurz die Wäsche in die Waschmaschine gepackt und schon war der Tag um.


Man glaubt es fast nicht, aber dies ist kein echter Baum, er ist aus Beton.

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05.05.06   Donaueschingen/Pfohren   109,8 Km,   7:04 Std,   15,59 Km/h

Es sollte die erwartete schwere Etappe werden. Gleich hinter Freiburg ging es über Hochstetten Richtung Merdingen(Jan Ulrichs Heimatort) und dort hinauf auf den Tuniberg mit einer Steigung von gut 10 %.


Hier die Strecke von Hochstetten Richtung Merdingen im Profil

Die anschließende Abfahrt war auch nicht von schlechten Eltern.

Doch die eigentliche Schwarzwaldetappe stand mir ja noch bevor. Insgesamt ging es vom Start in Breisach, auf 119 m Höhe gelegen, bis auf 1102 m hinauf. Danach folgt eine sehr rasante Abfahrt mit gut 20 Km länge nach Donaueschingen. Dort erreichte ich eine Höchstgeschwindigkeit von 62,0 Km/h.

Doch wie auch nicht anders zu erwarten, so gut 10 Km vor Donaueschingen eine Baustelle mit Umleitung. Der Camp liegt nicht genau in Donaueschingen, sondern so etwa 4 Km weiter in Pfohren.

Heute sollte ich auf dem Camp Besuch bekommen. Kurt aus Wellendingen, den ich auf meiner Rückreise von Budapest 2003 in Bad Gögging kennenlernte, hatte sich telefonisch angemeldet. Er lud mich ein nach Donaueschingen zu Speise und Trank. Hier nochmals meinen Dank dafür Kurt.

So gegen 17:20 Uhr fängt es leicht an zu regnen und etwas Gewitter ist zu vernehmen. Aber alles hält sich in Grenzen.


GPS-Aufzeichnung   Breisach-St.Märgen(Schwarzwald)

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GPS-Profil   Breisach-St.Märgen

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GPS-Aufzeichnung  St.Märgen - Donaueschingen

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GPS-Profil   St.Märgen - Donaueschingen  (höchste Stelle 1102 m)

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Höchstgeschwindigkeit bei der Abfahrt nach Donaueschingen :  62,0 Km/h

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06.05.06   Hausen i.T.   68,9 Km,   4:00 Std,   17,34 Km/h  (717 Km gesamt)

Es war die kürzeste Etappe auf dieser Reise. Vormittags war es noch sehr bedeckt, aber ab 13:00 Uhr wieder Sonne pur. Mit dem heutigen Tag fingen auch die vielen "naturbelassenen oder feingekiesten" Radwege an.

Dadurch, das ich meine lange Radhose gegen Mittag ausgezogen hatte und diese nur unter meine Packtasche klemmte, ging sie leider verloren. Auch meine Sonnenbrille vermisste ich schon am Start in Pfohren. Brille wurde unterwegs neu gekauft, aber mit der Radhose wollte ich noch warten. Falls das Wetter sich weiterhin bessern sollte, brauchte ich vielleicht keine neue. Dies sollte sich jedoch als Fehleinschätzung erweisen.

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07.05.06   Ehingen   95 Km,   5:40 Std,   16,9 Km/h

In der Nacht von gestern auf heut habe ich im Zelt fürchterlich gefroren. Es hatte die Nacht nur 2° im Zelt und dafür ist mein Sommerschlafsack überhaupt nicht ausgelegt. Auch früh morgens bei aufstehen noch ziemlich frisch. Doch sobald die Sonne durchkommt, erwärmt es sich rasch.

Eigentlich sollte es ja heute bis Ersingen gehen, so ca. 18 Km vor Ulm. Doch unterwegs fiel mir ein, das der Camp erst ab 15.05. geöffnet ist. So suchte ich mir vorher notgedrungen wieder ein Hotel.

Die Strecke war anspruchsvoller, als ich sie in Erinnerung hatte. Viele Stücke frisch und tief eingeschottert, recht viele Anstiege mit der Hit aus den letzten beiden Touren - Steigung 20%- . 2003 musste ich hier noch mein Rad hochschieben, letztes Jahr musste ich auf halber Strecke einmal kurz anhalten, dieses Jahr schaffte ich es an einem Stück.

Im Hotel konnte ich wieder alle meine Akkus laden, ansonsten habe ich immer bei den Dauercampern auf den Camps gefragt, ob ich meine Akkus bei ihnen aufladen könne. Hat eigentlich nie Probleme gegeben.


GPS-Aufzeichnung  Hausen i.T. -  Ehingen

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GPS-Profil    Hausen i.T. - Ehingen

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Schloss Sigmaringen

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08.07.06   Dillingen   89,9 Km,   5:28 Std,   16,59 Km/h   (902 Km gesamt)

Gleich morgens bei der Abfahrt aus Ehingen eine Baustelle, die ich aber ohne Umleitung durchfahren konnte und d eine sehr heftige, kurze Steigung.



Unterwegs kam ich an diesem Rad vorbei. Da es nicht sehr bequem aussah, sah ich von einem Tausch ab.

Es hatte heute viel Sonne und viel Gegenwind. Vor Leipheim habe ich in einem Waldstück die verkehrte Abzweigung genommen, was dazu führte, das die Wegbeschaffung nicht die beste war. Aber immerhin führte "meine" Strecke genau an der Donau entlang. Ansonsten verlief alles voll normal. Ich durchfuhr noch die Altstadt von Günzburg, dann weiter nach Gundelfingen, Lauingen, um dann das Ziel Dillingen zu erreichen.


Im Donautal

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09.05.06   Bad Göggin/Neustadt a.D.   133,6 Km,   7:41 Std,   17,5 Km/h

Um 06:00 Uhr wach geworden und aufgestanden. Ab in den Waschraum und frisch gemacht. Komme aus dem Waschraum raus, es fallen die ersten Regentropfen. RazzFazz alles aus dem Zelt geräumt und im angrenzenden Biergarten alles unter einen "Sonnenschirm" gestellt und dann schnell das Zelt abgebaut um es noch trocken einzupacken, was mir auch gelang.

Zum Frühstück gab es heute 2 Bananen und einen Mars-Riegel. Bei der Abreise so gegen 07:00 Uhr fallen noch ein paar Tropfen, also rein in die Regenklamotten. Auch die Temperatur lässt zu wünschen übrig. Das einzige schöne an diesem Morgen ist der Rückenwind.

Es sollte eine schweres Stück werden bis Bad Gögging. Viele Teilstücke auch hier neu geschottert und das nicht zu knapp. Stellenweise bis zu 8 cm tief. Auch viele kräftige Anstiege waren wieder dabei. Da soll noch jemand behaupten der Donauradweg wäre flach, weil ja Fluss-Radweg. Die Behauptung stellen nur Leute auf, die den Donauradweg nur als Etappe: Passau-Wien kennen.

Ich hab es auf der Karte nachgemessen, von den 133 Km waren insgesamt 42,5 Km geschottert.

6 Km hinter Ingolstadt kam diese nächste "Überraschung", eine schmale Fußgängerbrücke auf der noch nicht mal ein Kinderwagen durchpasste und das nennt sich dann Radwanderweg. Also, Hänger abgekuppelt, Gepäck runter und alles einzeln über die Brücke getragen.


Neuburg a.D.

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Jagdschloss Grünau hinter Neuburg a.D.

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Die schmale Brücke

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Neustadt a.D. bei Bad Gögging oder umgedreht

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Camp in Bad Gögging

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GPS-Profil    Bad Gögging Straubing

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10.05.06   Straubing   103,9 Km,   5:47 Std,   18,5 Km/h,   1140 Km gesamt

Die Nacht hatte es in Bad Gögging mal heftig geschüttet. Morgens noch empfindlich frisch. Gut das ich mir gestern in Neustadt noch eine Leggings gekauft habe, sodass ich keine kalten Beine bei der Abfahrt bekomme.

Das Schiff zwischen Weltenburg und Kelheim war aufgrund des schlechten Wetters nicht gut gebucht, also konnte ich mein "Long Vehicel" in Ruhe aufs Schiff bringen und auch wieder in Kelheim runter.

Natürlich die obligatorische Baustelle in Herrensaal und dann die Umleitung noch beschis...... ausgeschildert.

Ab Mittag wieder Sonne pur und warm. Kurz vor Straubing zog es wieder ein wenig zu, blieb aber trocken.

Der Betreiber des Camps erkannte mich sofort wegen meines Rades wieder, da ich ja schon 2003 hier war. Als ich letztes Jahr dort war, saß seine Frau an der Rezeption.


Hopfenfeld hinter Bad Gögging

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Kloster Weltenburg

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Auf dem Schiff von Weltenburg nach Kelheim, im Hintergrund die Befreiungshalle

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Die Befreiungshalle über Kelheim nochmal in groß

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Im Hintergrund Regensburg

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Die Walhalla bei Donaustauf

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Kurz vor Straubing - Schnapszahl  1111 Km

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11.05.06   Passau,   95,2 KM,   5:23 Std,   17,78 Km/h,     1235 Km gesamt

Die Nacht in Straubing war unangenehm kühl. Doch morgens wurde ich schon durch Sonnenstrahlen geweckt und es wärmte sich rasch auf. Um 08:20 Uhr bin ich dann losgefahren.

Unterwegs traf ich 2 Radler, denen ich schon 2x begegnet war, doch erst heute fuhren wir ein Stück zusammen und unterhielten uns kurz. Sie hatten nur leichtes Gepäck dabei und waren auf der Tour Donaueschingen - Passau. Dadurch das sie immer in Pensionen oder Hotels übernachteten, war kein großes Gepäck, so wie ich es dabei hatte, nötig. Der Wind hatte sich heute etwas gedreht und kam des öfteren mal wieder von vorn.

Bis auf eine Baustelle, war es eine Reise ohne großartige Vorkommnisse. Da ich nach nun 1235 gefahrenen Kilometer einen Ruhetag einlegen wollte und für Nachmittags und Abend Regen angedroht wurde, beschloss ich eine "feste" Unterkunft zu nehmen. Da ich schon letztes Jahr hier im "Rotel Inn", das direkt am Radreiseweg liegt, übernachtet hatte, tat ich es dieses Jahr wieder. Bei den Zimmern handelt es sich um sehr kleine Räume (1,5m x 4,0m).

Hier wollte ich auch wieder alle Akkus laden. Zuerst bekam ich das Zimmer 216, nachdem ich alles eingeräumt hatte, stellte sich heraus, das die einzige Steckdose im Raum nicht funktionierte. Umgezogen ins Zimmer 212 - doch oh Schreck auch hier kein Strom. Endlich im Zimmer 208 kam Strom aus der Steckdose.


Das "riesige" Zimmer

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12.05.06   Passau   Ruhetag     0 Km

Heute mal wieder richtig ausgeschlafen. Gestern Abend wollte ich eigentlich in ein griechisches Lokal, in dem ich schon 3x gegessen hatte. Einmal war ich dort auch mit Sabine essen, anlässlich unser Busrundreise, in der wir auch in Passau Station gemacht hatten. Leider war das Lokal geschlossen - nein, nein- kein Ruhetag, sondern wirklich geschlossen. Also besuchte ich dafür den einzigen Pub in Passau und gönnte mir 2 Guinness.

Für heute stand unter anderem Besichtigung der "Veste Oberhaus" auf dem Programm.


Blick auf die Veste Oberhaus

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Blick auf die Luipoltbrücke beim Aufstieg zur Veste Oberhaus

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Blick von der Veste Oberhaus, unterhalb der Bäume die Donau, im Hintergrund der Inn, die sich links vom Bild vereinen. Von links kommt dann noch die Ilz dazu, daher der Name Dreiflüsse-Stadt Passau.

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Mauerimpressionen auf der Veste Oberhaus

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Auch Eidechsen bewohnten die Veste Oberhaus


Der Rest des Tages bestand aus umherschlendern in Passau, das ich ja schon von vorherigen Besuchen kannte. Obwohl ich ja schon 4x hier war, entdeckt man doch immerwieder neue Gassen und andere Sehenswürdigkeiten.

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13.05.06   Linz/Österreich   102,6 Km   5:21 Std,   19,24 Km/h,   1337 Km gesamt

Beim morgendlichen Einpacken meiner Ausrüstung, so gegen 05:50 Uhr, hörte ich schon im Radio die schlechte Nachricht: "Am Nachmittag in Bayern und Österreich starker Regen und Gewitter".

Also machte ich mich recht früh auf den Weg (06:20 Uhr) um noch trocken in Linz anzukommen. Unterwegs traf ich noch ein Ehepaar aus dem hohen Norden, die heute morgen um 05:30 Uhr mit dem Zug in Passau angekommen waren und dann direkt die Radreise Richtung Wien gestartet haben. Unterwegs legten sie dann mal eine Frühstückspause ein und ich fuhr allein weiter.

Da ich auf der linken Donauseite fuhr, musste ich in Au auf die kleine Fähre und nach Schlögen übersetzen, da es auf der linken Seite für Räder nicht weiterging. Mein langes Gefährt auf eine kleine Fähre zu bekommen ging ja noch relativ einfach. Da die Fähre aber nur von einer Seite zugänglich war, musste ich nach der Überfahrt rückwärts runter. Das war mit Hänger und dem vielen Gepäck nicht ganz so einfach. Zum Glück fuhren auch noch 2 Radlerpärchen mit, die mich dabei tatkräftig unterstützt haben. Dafür nochmals Dank.

 

Auf der schmalen Fähre von Au nach Schlögen mit den Leuten, die mir beim "auschecken" halfen.

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Das ab dem späten Vormittag immer bewölkter und windiger wurde und es sich beim Wind um Rückenwind handelte, steigerte ich das Reisetempo auf teilweise 30 Km/h. So war es nicht verwunderlich, das ich schon kurz nach 12:30 Uhr in Linz auf dem Camp eintraf. Kurioserweise besserte sich dann das Wetter wieder und ich war sauer auf die "Wetterfrösche" mit ihrer Prognose.

Bevor ich aber auf dem Camp in Linz, besser gesagt gegenüber von Linz und zwar am Pleschinger See, eintraf, musste ich nochmals das Uferwechseln. Das tat ich auf dem Donau-Kraftwerk Ottensheim. Nicht weit hinter dem Kraftwerk, na was wohl, Baustellemit Schild: " Vorsicht Lebensgefahr - nicht weiterfahren". Da ich aber keine Lust hatte umzukehren und niemand mehr auf der Baustelle zu sehen war, fuhr ich weiter. Naja, Lebensgefahr bestand da nirgendwo, aber alles frisch geschottert.

Beim Eintreffen auf dem Campbefanden sich dort 3 junge Leute,ein Mädchen wollte sofort eine Probefahrt machen. Da sie die Kurven recht knapp auf der Zeltplatzwiese anfuhr und das Rad ja noch voll beladen war, kam was kommen musste - sie kippte mit dem Gefährt um. Aber nix passiert. Die Jugendlichen verließen auch kurz darauf den Camp und ich war eine Weile allein dort.


Zeltplatz am Pleschinger See

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Dann kamen 2 Holländerinnen, bauten ihre Zelte auf und fingen an ihr Essen zu bereiten. Ins Gespräch kamen wir allerdings nicht.

Anders wurde es mit einem Paar aus der Schweiz, Bettina und Thomas, die waren mit einem Tandem unterwegs. Waren in der Schweiz gestartet und hatten bis hierher gute 700 Km geradelt. Ihr Endziel sollte das Nordkap werden.

Wir unterhielten uns längere Zeit und beidedrehten eine Runde auf meinem Rad. Die Unterhaltung dauerte bis ca. 21:30 Uhr, dann verkrochen sich alle in ihre Zelte.


Bettina aus der Schweiz

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und Thomas, ihr Tandempartner

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14.05.06   Linz    Regentag    0 Km

Um 06:00 Uhr aufgestanden, ab in Waschraum. Dann Frühstücken, einpacken und los nach Melk, so war es geplant. Doch als ich nach dem Frühstück das Zelt abbauen wollte, begann es heftigst zu "schütten". Ok, dachte ich warten wir es mal ab. Radio eingeschaltet: "Wetterwarnung für ganz Österreich - starke Niederschläge mit Blitzschlag. Und das nicht nur für heute, sondern für die nächsten kommenden Tage.

Um 12:30 Uhr zogen die beiden Schweizer los, obwohl es immernoch regnete. Thomas sagt zu mir:"Wir wollen nur so 50 Km bis Grein und der Regen ist ja nicht mehr so stark."

Sie waren kaum von Camp runter, als es wieder schüttete wie aus Kübeln. Ich beschloss hier auszuharren und wenn sich die Wettervorhersage für Österreich nicht ändert, umzukehren und nach Haus zu fahren.

Gegen 16:00 Uhr lies der Regen nach und ab und an kam die Sonne hervor. Ich war eigentlich frohen Mutes, das ich weiterfahren könnte. Da in der Nähe vom Camp nichts, aber auch nicht zu sehen gab, hatte ich die meiste Zeit im Zelt verbracht und ging einmal ins Restaurant, zu dem der Camp gehörte, einen Kaffee trinken. Durch die ganztätige Liegerei im Zelt, spürte ich so langsam alle Knochen.

Abends im Zelt die Wettervorhersage: Sie drohte weiterhin für die kommenden Tage Unwetter an. So beschloss ich, morgen umzukehren und wieder Richtung Köln zu fahren. Denn in meinem "Alter" muss ich weder mir, noch anderen beweisen, welch Kerl ich bin und bei Wind und Wetter weiterfahren. Dem Alter bin ich inzwischen entwachsen.

Von 23:00 Uhr bis 23:45 Uhr hatte ich das Gefühl, es steht jemand am Zelt und schüttet eimerweise Wasserdarüber, so hatte es gegossen. Das einzige erfreuliche war - das Zelt blieb dicht, kein Wasser im Zelt.

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15.05.06   Passau   99,9 Km,   5:40 Std.,    17,82 Km/h      1437 Km gesamt

Heute morgen beim aufwachen im Zelt -11,1° -also nicht so richtig warm. Da das Außenzelt noch pitschnass war, knöpfte ich das Innenzelt heraus, damit das wenigstens beim verpacken trocken blieb. Das Außenzelt wurde so nass wie es war zusammengerollt und einen großen blauen Müllsack gepackt.

Das Wetter war sehr diesig, aber trocken. Ich fuhr also nach Passau zurück und das mit Rückenwind. Was eigentlich für diesen Abschnitt des Donauradweges sehr selten ist, denn zu 99 % bläst der Wind von Passau aus immer Richtung Wien.

Um dem frisch geschotterten Stück bei Ottensheim zu entkommen, nahm ich die Fähre bei Ottensheim und setzte schon hier auf das rechte Ufer und fuhr auf dieser Seite bis Schlögen, um dann wieder mit der kleinen Fähre auf die linke Seite zu wechseln.

Da auch für Passau und Umgebung heftige Niederschlägevorhergesagt wurden, nahm ich wieder mein Quartier im Rotel Inn. In der Hoffnung das sich das Wetter bessert, beschloss ich noch einen Tag in Passau zu bleiben und erst am 17.05. weiter zu fahren.

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16.06.06   Passau     Regentag    0 Km

Nachdem ich nun zum 6. mal in Passau bin, habe ich Zeit "mir die Stadt in Ruhe anzusehen"  grummel, grummel.

Da auch für die kommenden Tage in ganz Deutschland Regenfälle und teilweise Unwetter vorhergesagt wurden und es in Passaugenau so aussah, beschloss ich mich im Bahnhof schlau zu machen, wie das ist, miteinem Dreirad mit Hänger in einen Zug zu kommen. Kein Problem sagte man mir und so buchte ich für den nächsten Tag die Rückreise.

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17.05.06   Köln    7 Km,   20 Min,  Rückfahrt vom Bahnhof nach Haus,   1444 Km gesamt

Da der Zug um 09:21 Uhr erst in Passau eingesetzt wurde, hatte ich reichlich Zeit mein Rad und Hänger in den Zug zu verladen. Wäre das Fahrradabteil ausgebucht gewesen, wäre es eine "enge Kiste" geworden.

Auf dem Bahnhof traf ich noch 2 Radler, die auch auf der Rückfahrt waren und zwar nach Bremen. Beim Gespräch stellte sich heraus, das die Beiden ebenfalls pensionierte Berufssoldaten waren.So kamen wir rasch ins Gespräch und sie waren mir beim Einladen in Passau, sowie beim Ausladen in Köln behilflich.


Das Rad ist verstaut. Kosten nach Köln für: Ich, Rad, Hänger: 100,30 €

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Am Bahnhof wurde ich von meiner Frau und Peter, einem langjährigen Liegeradfreund schon empfangen. Nach einer kurzen Kaffeepause am Bahnhof, ging es dann mit den Rädern die letzten 7 Km zurück nach Köln-Rodenkirchen.

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Fazit:

Obwohl ich die Strecke bis Linz ja schon zum 3. mal gefahren bin, kann ich nicht sagen das sie dadurch langweilig wird. Die vielen Eindrücke die man auf so einer langen Strecke macht, kann man garnicht abspeichern und zudem sieht man bei jeder neuen Fahrt andere Sehenswürdigkeiten, die man auf der vorherigen nicht gesehen hatte, oder die einfach nicht da waren.

Ich hatte mich natürlich auf eine längere Dauer eingestellt, aber ich will einfach nicht einsehen, das man so eine Reise erzwingen soll. Wenn das Wetter nicht einigermaßen mitspielt, macht es einfach keinen Spaß, vor allem, wenn man so wie ich, allein unterwegs ist. Zu zweit oder mehreren, wird man den Unbillen des Wetters sicher eher trotzen können.

Eventuell sollte man auch später starten, da man dann schon mal den einen oder anderen Reiseradler auf den Camps antrifft. Ich war vom Start weg bis auf Linz, immer Alleinzelter gewesen.

Trotz aller Widrigkeiten bei dieser Tour - Radreisen gefallen mir immernoch und vielleicht wird man hier noch die eine oder andere nachlesen können.









 









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